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LANFORCE VI23.–25. April 2004Burgdorf (BE)
Bericht LANFORCE 6 von Bensch "G-News" Blaser, Chef Support/Chef Strom

Donnerstag:

Aufbautag. Ich stehe um 06:00 auf, esse kurz etwas und packe meine Ausrüstung zusammen. Dave will mich zwischen 07:00 und 07:30 abholen kommen. Es wird etwas später, Dave hat falsche Weginformationen bekommen.
Gegen 09:30 treffen wir schliesslich in Burgdorf in der Halle ein. Als erstes richte ich das iBook und die Digicam ein, die eine Zeitrafferaufnahme machen werden. Danach Tische rücken, hereintragen, aufstellen, Platzprobleme lösen etc. Sobald das alles getan ist können wir ab Mittag mit der Verkabelung des Stroms und des Netzwerks beginnen. Ich gehe mit Soldier zurück nach Bern, um dort mit dem Chevy Van Botenfahrten zu machen.
Wir holen meinen Desktop und das Beamergestell, kämpfen Stundenlang mit den Zeughäuslern um die Abholung der Leinwände für die Beamer, fahren nach Kehrsatz, um bei Kilchenmann die Beamer selber abzuholen etc. Die Stunden verstreichen, teilweise erheblich sinnlos im Stau oder mit warten auf inkompetente Informationen seitens Administration des Bundes.
Am Ende kommen wir erst gegen 17:00 wieder in Burgdorf an. Ruedi, unser Stromer hat bereits mit 2 anderen angefangen die Stromkabel zu verlegen. Ich lasse mich kurz briefen und fahre weiter. Das Netzwerk ist bereits verkabelt, hat aber noch keinen Strom. Die Netzwerkler kämpfen mit dem Core, der im Testlauf am Tag zuvor einwandfrei lief, heute gar nicht will. Der Fehler ist klein und mal gefunden innerhalb von 2 Sekunden behoben, allgemeines Aufatmen ist angesagt.
Gegen 00:00 bin ich praktisch fertig mit sämtlichen Verkabelungen, Netzwerk ist up, Stühle sind gesetzt, die Bar ist bereit. Leider hat niemand mehr Zeit gehabt 2 weitere Sofas abzuholen.
ich fahre mit Regli gegen 00:30 nach Hause und schlafe erst mal ein paar Stunden.

Freitag:

Erster Halbtag, letzter Aufbauteil
Ich stehe um 07:00 auf und fahre mit dem Zug nach Burgdorf. Um ca. 08:30 treffe ich bei der Halle ein. Der Rest des Teams kommt erst auf 10:00, das ist so abgemacht. Die Halle sollte offen sein, ist sie aber nicht, Ruedi sitzt geduldig vor der Tür und kann nicht rein. Wir organisieren den Schlüssel und checken gemeinsam noch einmal das ganze Stromnetz, verlegen letzte Kabel, Notleitungen etc. Alles scheint gewappnet für den grossen Ansturm.
Sobald die ersten Teammitglieder auch wieder eintreffen, nehme ich den Zeitraffer wieder in Betrieb. Der wird jetzt bis 00:30 laufen.

Ich briefe die Supporter, wie wir mit den Portaufschaltungen vorgehen wollen. Das System ist einfach und klar. Punkt 14:00 werden die ersten Gamer eingelassen. Die Security hat die Sache im Griff. Die Portfreischaltungen hapern anfänglich ein bisschen. Das sollte von 4 Leuten gemacht werden können, effektiv dran arbeiten kann nur einer und das per Terminal. Es dauert zu lange, diverse Leute warten bis zu 20 Minuten auf ihr Netzwerk. Ich ärgere mich und versuche Druck zu machen. Die Netzwerker schreiben kurzerhand ein paar Loginscripts und das ganze dauert erheblich weniger lang. Beim ersten Grossansturm in der Mitte des Nachmittags sind 3 Netzwerker nonstop am Aufschalten, es geht sehr zügig voran, die Wartezeit ist teilweise unter 3 Minuten. Leider gehen ab und zu ein paar vergessen und so warten einige eine Stunde, bis sie sich dazu durchringen können, noch einmal einen Admin zu fragen. Fragt in Zukunft schon nach einer halben Stunde Leute, wir sind auch nur Menschen und da kann mal was untergehen. Sorry an alle, die länger warten mussten!

Mit den Leuten kommen auch die Stromprobleme. In der E Reihe und einem Teil der D Reihe haut's den FI raus. Man sucht das fehlerhafte Gerät, finden tun wir es nicht. Wahrscheinlich sind es mehrere kleinere Fehlerströme, die nur zusammen den FI auslösen können. Vielleicht ist es auch einfach ein alter FI, die Installation in der Markthalle kommt langsam in die Jahre. Wir verteilen um, ziehen eine Zusatzleitung und schon bald geht alles wieder tiptop.

Dazwischen nehme ich immer wieder Supportanfragen an, versuche zu helfen, nehme Virenscans entgegen, gebe Ports frei, verteile Serverports etc.

Dann ein Stromausfall um ca. 20:00 in der K, L, M, N Reihe, jeweils ca 9 Stück die von der Stromschiene im Nordostteil der Halle gespiesen werden.
Pasi und ich nehmen uns der Sache an. Schnell wird klar: Überlast, die Gamer haben die Klebebandstreifen zur Trennung der Strombezirke entfernt und 2 Bezirke zusammengeschlossen. Die Sicherung war nicht glücklich und fiel raus.
ich lege eine Zusatzleitung, wir verteilen um und nach einer Weile geht auch hier alles reibungslos weiter. Ich werde langsam müde. Der offizielle LANFORCE FTP hat erstaunliche Trafficwerte, obwohl nur Patches und Updates drauf sind, dazu kommt das Rush4Ganja 2 movie von den Ganja Farmers. Am Ende der LF6 wird der Traffic auf ca. 160GB angewachsen sein.

ich kümmere mich ein bisschen um alles, schaue dass die jeweiligen Subteams die nötigen Ressourcen haben, helfe wo ich kann.

Samstag:

Gegen 01:30 fällt mir bei der Kontrolle der 200A Einspeisung, die ca 65% der Halle mit Strom versorgt eine markante Temperaturerhöhung auf. Das beunruhigt mich ein wenig, schliesslich haben wir bereits in der BEA an der LF5 fast die Hausinstallation zum Schmelzen gebracht. Und wenns mal geschmolzen ist, ist die LAN vorbei. Das wollen wir doch lieber verhindern.
Ich ziehe Pasi zu Rate, der ist schliesslich wirklich Stromer und normalerweise auch Chef Strom, hat aber vom Chef nicht freigekriegt. Er ist noch beunruhigter als ich und meint, man müsse Ruedi wecken und um Rat fragen. Dave und Yves verfolgen das Geschehen besorgt: Etwas tun heisst entweder 20% der Halle stilllegen umkabeln und wieder hochfahren (was mühsam ist) oder sehr hohe Kosten durch 4 Stromer der Localnet, die per Pickett Nachtarbeit leisten müssten. Wir entscheiden uns, erstmal Ruedi zu wecken. Der meint, sicherheitshalber soll einer von Localnet vorbeischauen kommen. Der kommt dann auch. Er untersucht diverse Dinge und stellt dann zum Glück fest, dass die Temperatur zwar hoch ist, aber offenbar nicht weiter ansteigt. Leistungsmässig sind wir im dunkelgrünen, grade mal 137A von 200 möglichen, aber die hohe Temperatur in der Halle und die vielen Rückspeisungen/Scheinlasten der EDV stressen die Leitung schon ein bisschen. Mit etwas mulmigem Gefühl will ich gegen 04:30 endlich etwas schlafen.
5 Minuten nachdem ich eingschlafen bin, weckt mich Dave mit Geschrei "Totalausfall in der Halle". Ich murmle was dreh mich um, sehe laufende Bildschirme, denke er will mich verarschen und schlafe weiter. Aber er meint's ernst und tatsächlich ist in den Stromschienen des Nordost und Nordwestflügels der Halle der Saft weg. Das sind je 63A Leitungen, mir schwant Übles. Ein Check beim Verteilerkasten macht's nicht besser: Alle Sicherungen und FI sind in Ordnung und drin...der Strom kommt also nichtmal mehr bis zur Schiene...Bibber.
Der Stromausfall betrifft nur wenige Gamer, aber dafür das Admincom und das ganze Switchnetz. Dadurch haben die wenigen, die zu diesem Zeitpunkt nicht pennen kein Netz...
Wir begeben uns zum Sicherungskasten der Hausinstallation. Übermüdet und leicht panisch stellen wir fest, dass eigtl. alle Sicherungen noch drin sind. Müsste auch so sein, die Last auf NW und NE ist sehr gering. Wir wecken schon wieder den armen Ruedi zu Hause aus dem Bett raus. Dem ist's jetzt definitiv auch nicht mehr geheuer, weil wenn der FI dieser Installation draussen ist, dann ist's was grobes. Es stinkt aber nirgends, keine Teile sind heiss, keine Kurzschlüsse, nix. Schliesslich schalten wir die Steuerung der Stromschienen wieder ein, der Schütz kickt wieder ein und der Strom ist wieder da. Scheint alles zu funktionieren. Nur in Reihe J hat's die Sicherungen gekippt, der Anlassstrom beim Wiedereinschalten war zu viel für das gute Teil. Das Problem ist schnell behoben. Nun wird spekuliert, was es gewesen sein könnte? Sabotage?
Fehler beim EW? Sonst was seltsames? Wir wissen es bis heute nicht, aber gut, dass es sich nicht wiederholt hat.

Danach gehe ich endgültig pennen. Gegen 10:00 stehe ich schon wieder auf. Samstag ist dann vor allem der Presse gewidmet. Schweizer Fernsehen, Berner Zeitung, Burgdorfer Tagblatt, diverse Fotographen. Wenn ich nicht supporte, helfe ich bei der Security aus, rede mit Freunden und bekannten.
Gegen abend nehmen wir den LANFORCE Grill in Betrieb, das ist ohne Anzündwürfel oder Zündflüssigkeit erstaunlich schwierig. Etwas Holz und ein paar Tropfen Motorenöl lösen das Problem schliesslich. Meine Freundin kommt mich besuchen, wir essen kurz etwas und fahren dann gegen 22:00 nach Hause, endlich wieder mal in einem normalen Bett pennen...

Sonntag:
Ich stehe um 04:30 auf und mache mich wieder auf den Weg nach Burgdorf, wieder mit dem Zug. Weil erst um 05:40 ein Bus nach Bern hinein fährt, muss ich die 05:59er S-Bahn nehmen. Gegen halb sieben bin ich wieder in der Halle.
Wieder Security, warten, helfen, reden, lachen, essen und trinken. Wenn ich nicht so müde wäre, wär das der beste Teil einer jeden LAN. Gegen 12:30 kriegen wir eine Pizza, die ersten Leute gehen schon. Türsteher mimen und kontrollieren, wunderbares Wetter, ein Novum für die LANFORCE.
Gegen 14:00 schliesse ich mich wieder Ruedi an und helfe beim Abbauen des Stromnetzes. Das ist eine ziemlich anstrengende und dreckige Arbeit, zudem dauert sie bis Grössenordnung 19:00. Dann kommt die berühmte "letzte Stunde" in der ein Grossteil des Teams schon weg ist, die meiste Arbeit getan ist aber eben noch nicht alle. Sobald man die Arbeit suchen muss, um sie zu sehen, harzt es immer sehr. Trotzdem schaffen wir es nur ca 2 Stunden aus der "letzten Stunde" zu machen und um 21:00 fahre ich von Burgdorf ab, das Auto voll mit Fundgegenständen. Zu Hause angekommen wird das Zeug sortiert, fotographiert, analysiert und ins Internet gestellt. Die Leute sollen ihr Zeug identifizieren und wieder zurückfordern, sonst landet's in der Brockenstube.
Schnell wird mal 03:00 am Montag und erst jetzt kann ich endlich ins Bett. Mit Ausschlafen wird zwar nichts, weil die Presse am Montag noch anrufen wird, um Fragen zu stellen, aber wenigstens 8 Stunden kriege ich diesmal hin.
Das Feedback ist bisher gut, der Aufwand hat sich gelohnt, ich freue mich auf die nächste Ausgabe.

[LF]G-News


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